Eingangsrechnung erfassen
Drei Schritte vom Papier zum Buchungssatz.
| Rechnungsdaten — bitte prüfen | Gelesen |
|---|---|
| Lieferant | Werkzeughandel Schulte GmbH |
| Rechnungsnummer | RE-2026-0318 |
| Rechnungsdatum | 05.03.2026 |
| Fällig am | 19.03.2026 |
| Netto | 500,00 |
| USt | 95,00 |
| Brutto | 595,00 |
| Vorschlag | Wert |
|---|---|
| Aufwandskonto (Soll) | 4985 Werkzeuge und Kleingeräte |
| Steuerschlüssel | V19 · 19 % Vorsteuer |
| So wird gebucht | Konto | Betrag |
|---|---|---|
| Soll | 4985 Werkzeuge und Kleingeräte | 500,00 |
| Vorsteuer 19 % (V19) | 95,00 | |
| Haben | 1600 Verbindlichkeiten aus L+L | 595,00 |
- 01
Rechnung hereingeben
PDF, Foto, Beleg-Postfach oder Google Drive.
- 02
Auslesen und kontieren
KI schlägt Konto und Steuerschlüssel vor.
- 03
Buchen
Automatisch nach Ihren Buchungsfreigaben, Prüffälle einzeln.
Buchungsfreigaben, E-Rechnungen und Festschreibung
- Geeignete Rechnungen werden innerhalb Ihrer Buchungsfreigaben automatisch gebucht. Prüffälle bestätigen oder korrigieren Sie einzeln. In den Buchungsfreigaben legen Sie fest, ab welcher Sicherheit, aus welchen Quellen und bis zu welchem Betrag automatisch gebucht wird.
- Jeder Vorschlag nennt seine Quelle — Regel, Geschäftspartner, frühere Buchung oder KI — und seine Sicherheit. Die KI erkennt Rechnungsdaten auch bei unterschiedlichem Aufbau.
- Rechnungen kommen auch über das Beleg-Postfach per E-Mail oder über Belegquellen wie GetMyInvoices herein. Elektronische Rechnungen (XRechnung, ZUGFeRD) werden aus dem strukturierten Datensatz gelesen, geprüft und mit Prüfbericht aufbewahrt.
- Dieselbe Datei wird je Gesellschaft nur einmal als Beleg angelegt.
- Eine Buchung wird nie gelöscht; eine Korrektur läuft über Storno und Neubuchung. Die Festschreibung sperrt den Zeitraum gesondert und ist ein eigener Schritt.
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Bank anbinden, Belege hochladen und sehen, was die Software daraus bucht.
Kreditor, offener Posten und Zahlung
Die Rechnung bleibt beim Lieferanten sichtbar, bis sie bezahlt ist.
| Soll | Haben | Betrag | Steuer |
|---|---|---|---|
| 4985 Werkzeuge u. Kleingeräte | 70004 Schulte | 500,00 | V19 |
| 1576 Vorsteuer 19 % | 70004 Schulte | 95,00 |
| Rechnung | Datum | Fällig | Brutto | Offen |
|---|---|---|---|---|
| RE-2026-0241 | 12.02.2026 | 26.02.2026 | 238,00 | 238,00 |
| RE-2026-0318 | 05.03.2026 | 19.03.2026 | 595,00 | 595,00 |
| Offene Verbindlichkeiten | 833,00 | 833,00 |
- Lieferant als Kreditor
- Eigenes Personenkonto je Lieferant.
- Offener Posten
- Mit Fälligkeit, zu jedem Stichtag.
- Teilzahlung
- Der Rest bleibt offen.
- Mehrere Teilzahlungen
- Ergeben sie die Rechnung, gemeinsam zugeordnet.
Zuordnung, Zahlung vor Rechnung, Überweisungen per Datei
- Die Kreditorenliste zeigt jede unbezahlte Rechnung zu jedem Stichtag, gestaffelt nach Fälligkeit, und wird gegen das Hauptbuch abgestimmt.
- Eine Zahlung wird zugeordnet, wenn Betrag und Lieferant oder die Rechnungsnummer im Verwendungszweck eindeutig passen. Mehrere Abbuchungen an denselben Lieferanten, die zusammen genau den Rechnungsbetrag ergeben, ordnet die Software der Rechnung gemeinsam zu.
- Wird zuerst gezahlt und kommt die Rechnung später, steht die Zahlung bis dahin als offener Posten beim Lieferanten; mit der Rechnung wird sie ihr zugeordnet.
- Offene Lieferantenrechnungen lassen sich als SEPA-Überweisung (pain.001) für Ihr Online-Banking ausgeben. Haben Sie die Zahlungsfreigabe aktiviert, gibt es die Datei erst nach der Freigabe.
Vorsteuer und besondere Steuerfälle
Der Steuerschlüssel entscheidet über die Kennzahl in der Voranmeldung.
- Vorsteuer
- Ausgewiesene Umsatzsteuer, als Vorsteuer gebucht.
- Besondere Steuerfälle
- Mit Steuerschlüssel vorbereitet, immer zur Einzelprüfung.
- Ausländische Umsatzsteuer
- Nicht als deutsche Vorsteuer gebucht.
Einzelheiten zur Vorsteuer
- Bei ausgeführten Leistungen setzt der Vorsteuerabzug grundsätzlich eine ordnungsgemäße Rechnung voraus; bei Anzahlungen Rechnung und Zahlung (§ 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 UStG). Die Vorsteuer einer Anzahlungsrechnung hält die Software deshalb auf einem Zwischenkonto, bis gezahlt ist.
- Das Eingangsdatum der Rechnung halten Sie je Beleg fest; der Tag des Hochladens zählt für den Zeitraum der Vorsteuer nicht.
- Die KI bereitet auch besondere Steuerfälle mit einem passenden Steuerschlüssel vor; diese bleiben zur Einzelprüfung.
- Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers (§ 13b UStG), innergemeinschaftlicher Erwerb und Einfuhrumsatzsteuer bleiben immer zur Einzelprüfung, auch innerhalb Ihrer Buchungsfreigaben.
- Umsatzsteuer eines anderen Staates wird nicht als deutsche Vorsteuer gebucht.
- Als Kleinunternehmer ziehen Sie keine Vorsteuer; gebucht wird der Bruttobetrag.
- Die Software ersetzt keine Steuerberatung.
Was die Rechnung sonst noch auslöst
Nebenbücher entstehen mit der Buchung, nicht im Nachhinein.
- Anlagegut
- Mit der Buchung im Anlagenregister angelegt.
- Leistung im Folgejahr
- Aktive Rechnungsabgrenzung mit Auflösungsplan.
- Bewirtung und Geschenke
- Abziehbarer und nicht abziehbarer Teil getrennt.
Einzelheiten zu Anlagen, Abgrenzungen und Bewirtung
- Geringwertige Wirtschaftsgüter bucht die Software auf das GWG-Konto.
- Geschenke an Geschäftsfreunde prüft sie gegen die gesetzliche Freigrenze.
- Legen Sie in den Buchungsfreigaben fest, dass Anlagegüter oder Abgrenzungen zur Prüfung stehen, wird die Rechnung trotzdem gebucht und der Schritt als Hinweis an der Buchung vermerkt.
Eingangsrechnung prüfen: die zehn Pflichtangaben aus Sicht des Empfängers
Vor dem Buchen steht die Frage, ob die Rechnung zum Vorsteuerabzug berechtigt. Die Liste gibt § 14 Abs. 4 UStG vor.
| Nr. | Pflichtangabe | Prüfen Sie beim Eingang |
|---|---|---|
| 1. | Vollständiger Name und vollständige Anschrift von Lieferant und Leistungsempfänger | Steht Ihre Gesellschaft mit richtiger Firma und Anschrift darauf — nicht der Geschäftsführer privat oder eine Schwestergesellschaft? |
| 2. | Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Lieferanten | Eine der beiden Nummern muss angegeben sein |
| 3. | Ausstellungsdatum | Ein Datum lange vor der Leistung deutet auf eine Anzahlungsrechnung hin |
| 4. | Fortlaufende, einmalig vergebene Rechnungsnummer | Ihr wichtigstes Merkmal gegen Doppelzahlungen: gleiche Nummer vom gleichen Lieferanten heißt fast immer Dublette |
| 5. | Menge und handelsübliche Bezeichnung der Ware oder Umfang und Art der Leistung | Sammelbegriffe wie „Diverses“ oder „Material“ reichen nicht |
| 6. | Zeitpunkt der Lieferung oder sonstigen Leistung | bestimmt den Monat der Leistung und ist am Jahresende Grundlage für Abgrenzungen |
| 7. | Entgelt, aufgeschlüsselt nach Steuersätzen und Steuerbefreiungen, sowie vorab vereinbarte Entgeltminderungen | Bei zwei Steuersätzen braucht jeder Satz eine eigene Nettosumme; ein vereinbartes Skonto muss erkennbar sein |
| 8. | Steuersatz und Steuerbetrag oder Hinweis auf eine Steuerbefreiung | Steuerbetrag in Euro; schulden Sie die Steuer nach § 13b UStG selbst, weist der Lieferant keine Umsatzsteuer aus |
| 9. | Hinweis auf die Aufbewahrungspflicht des Empfängers in den Fällen des § 14b Abs. 1 Satz 5 UStG | betrifft bestimmte Leistungen an Empfänger, die nicht als Unternehmer handeln; für Ihre Gesellschaft meist ohne Bedeutung |
| 10. | Die Angabe „Gutschrift“, wenn der Leistungsempfänger selbst abrechnet | nur relevant, wenn Sie selbst abrechnen |
Den Vorsteuerabzug knüpft § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 UStG an den Besitz einer Rechnung, die den §§ 14 und 14a UStG entspricht. Fehlt eine Pflichtangabe, fordern Sie beim Lieferanten eine berichtigte Rechnung an — bis sie vorliegt, steht der Vorsteuerabzug auf unsicherem Boden. Die Software liest Aussteller, Nummer, Datum und Beträge aus, warnt vor Dubletten und prüft, ob Netto, Steuer und Brutto zusammenpassen; ob die Leistung tatsächlich erbracht wurde und richtig beschrieben ist, bleibt Ihre Prüfung.
E-Rechnung im Rechnungseingang: was seit 2025 gilt
Seit dem 1. Januar 2025 müssen Unternehmen im Inland E-Rechnungen empfangen können. Für den Aussteller gelten Übergangsfristen bis Ende 2027.
| Leistung ausgeführt | Was der Lieferant schicken darf | Was das für Ihren Rechnungseingang heißt |
|---|---|---|
| seit 1. Januar 2025 | eine E-Rechnung, etwa XRechnung oder ZUGFeRD; Ihre Zustimmung ist dafür nicht nötig | Sie brauchen einen Empfangsweg und eine Software, die den Datensatz lesen kann |
| 1. Januar 2025 bis 31. Dezember 2026 | außerdem Papier oder — mit Ihrer Zustimmung — ein anderes elektronisches Format wie ein einfaches PDF | Papier, PDF und E-Rechnung kommen nebeneinander an |
| 1. Januar bis 31. Dezember 2027 | Papier oder ein anderes Format nur noch von Lieferanten mit einem Gesamtumsatz im Vorjahr bis 800.000 €; vereinbarte EDI-Verfahren mit Zustimmung | größere Lieferanten schicken nur noch E-Rechnungen |
| ab 1. Januar 2028 | grundsätzlich nur noch E-Rechnungen | Papier und PDF bleiben den gesetzlichen Ausnahmen vorbehalten |
Für die Buchung ändert die E-Rechnung wenig, für die Erfassung viel: Die Werte stehen im Datensatz, die Software liest sie strukturiert und ohne KI und bewahrt die Datei mit Prüfbericht auf. Aufzubewahren ist der strukturierte Teil im empfangenen Format; das PDF einer ZUGFeRD-Rechnung nur dann zusätzlich, wenn es steuerlich bedeutsame weitere Angaben trägt (GoBD Rz. 131 in der Fassung vom 14. Juli 2025).
Buchungssätze für typische Eingangsrechnungen in SKR03 und SKR04
Acht Fälle aus dem Alltag einer GmbH — vom Bürobedarf bis zur Rechnung eines Anbieters aus dem EU-Ausland.
| Eingangsrechnung | SKR03 | SKR04 | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Bürobedarf, 500,00 netto zuzüglich 19 % Umsatzsteuer | 4930 Bürobedarf 500,00 und 1576 Abziehbare Vorsteuer 19 % 95,00 an 1600 Verbindlichkeiten 595,00 | 6815 Bürobedarf 500,00 und 1406 Abziehbare Vorsteuer 19 % 95,00 an 3300 Verbindlichkeiten 595,00 | Grundfall |
| Handelsware, 2.000,00 netto zuzüglich 19 % Umsatzsteuer | 3400 Wareneingang 19 % Vorsteuer an 1600, brutto 2.380,00 | 5400 Wareneingang 19 % Vorsteuer an 3300, brutto 2.380,00 | Automatikkonto: die Vorsteuer von 380,00 wird aus dem Bruttobetrag herausgerechnet |
| Internetanschluss, 50,00 netto zuzüglich 19 % Umsatzsteuer | 4925 Internetkosten 50,00 und 1576 9,50 an 1600 59,50 | 6810 Internetkosten 50,00 und 1406 9,50 an 3300 59,50 | jeden Monat gleich — ein Fall für eine Buchungsregel |
| Notebook, 700,00 netto zuzüglich 19 % Umsatzsteuer | 0480 Geringwertige Wirtschaftsgüter 700,00 und 1576 133,00 an 1600 833,00 | 0670 Geringwertige Wirtschaftsgüter 700,00 und 1406 133,00 an 3300 833,00 | netto bis 800 €: Sofortabschreibung nach § 6 Abs. 2 EStG möglich, über 4855 bzw. 6260 |
| Büromöbel, 3.000,00 netto zuzüglich 19 % Umsatzsteuer | 0420 Büroeinrichtung 3.000,00 und 1576 570,00 an 1600 3.570,00 | 0650 Büroeinrichtung 3.000,00 und 1406 570,00 an 3300 3.570,00 | Anlagevermögen, Abschreibung über die Nutzungsdauer |
| Betriebshaftpflicht für Oktober 2026 bis September 2027, 1.200,00 | 4360 Versicherungen 300,00 und 0980 Aktive Rechnungsabgrenzung 900,00 an 1600 1.200,00 | 6400 Versicherungen 300,00 und 1900 Aktive Rechnungsabgrenzung 900,00 an 3300 1.200,00 | keine Vorsteuer (§ 4 Nr. 10 Buchst. a UStG); neun Monate gehören zum Stichtag 31.12.2026 ins Folgejahr |
| Software-Dienstleistung eines Anbieters aus Irland, 1.000,00 netto ohne deutsche Umsatzsteuer | 3123 Sonstige Leistungen eines im anderen EU-Land ansässigen Unternehmers 19 % Vorsteuer und 19 % Umsatzsteuer an 1600 1.000,00 | 5923 (gleiches Automatikkonto) an 3300 1.000,00 | § 13b Abs. 1 und 5 UStG: Sie schulden 190,00 Umsatzsteuer und ziehen sie zugleich als Vorsteuer ab; nie automatisch gebucht |
| Zahlung einer Rechnung über 1.190,00 brutto mit 2 % Skonto | 1600 1.190,00 an 1200 1.166,20 und 3736 Erhaltene Skonti 19 % Vorsteuer 23,80 | 3300 1.190,00 an 1800 1.166,20 und 5736 Erhaltene Skonti 19 % Vorsteuer 23,80 | Automatikkonto: vom Skonto entfallen 3,80 auf die Vorsteuer, die nach § 17 Abs. 1 UStG berichtigt wird |
Vom Posteingang bis zum Ausgleich: der Ablauf in sieben Schritten
So läuft eine Eingangsrechnung durch, wenn Freigabe und Zahlung über die Buchhaltung gehen.
- Eingang. Per E-Mail-Adresse der Gesellschaft, Foto, Hochladen oder Drive-Ordner.
- Auslesen und prüfen. Pflichtangaben, Dublette, Beträge. Unbare Vorgänge innerhalb von zehn Tagen zu erfassen, sehen die GoBD als unbedenklich an (Rz. 47).
- Kontieren und buchen. Erst die Buchungsmethode, etwa Anlagezugang oder Rechnungsabgrenzung, dann Konto, Gegenkonto und Steuerschlüssel.
- Freigeben. Mit aktivierter Rechnungsfreigabe gibt eine zweite Person die Rechnung im Vier-Augen-Prinzip frei, bevor sie bezahlt wird.
- Zahlung vorschlagen. Der Zahlungsvorschlag ordnet offene Rechnungen nach Fälligkeit und Skontofrist.
- Zahlen. SEPA-Datei (pain.001) nach Freigabe ins Online-Banking hochladen.
- Ausgleichen. Erscheint die Abbuchung auf dem Kontoauszug, ordnet die Software sie der Rechnung zu — über Rechnungsnummer, Betrag und ein Fenster von fünf Tagen vor bis zum 60. Tag nach Fälligkeit. Bei einer Teilzahlung bleibt der Rest offen.
Die automatische Buchung ist in unserer Buchhaltung ab Werk eingeschaltet: Vollständige Vorschläge ab 85 % Sicherheit bucht die Software selbst, alles Unklare wartet mit Begründung. Nie automatisch gebucht werden unlesbare oder widersprüchliche Rechnungen, Dubletten, Rechnungen mit mehreren Steuersätzen, Fälle nach § 13b UStG und alles in festgeschriebenen Zeiträumen. Unter „KI & Buchungsfreigaben“ begrenzen Sie die Automatik auf Quellen, freigegebene Regeln, eine Betragsgrenze je Beleg oder eine Mindestsicherheit bis 99 % oder schalten sie ab; jede Änderung wird protokolliert.
Nach der Buchung bleibt die Rechnung acht Jahre aufzubewahren, gerechnet ab dem Schluss des Kalenderjahres, in dem sie entstanden ist (§ 147 Abs. 3 und 4 AO, § 257 Abs. 4 HGB).