sevDesk · Gewerbesteuer
sevDesk Gewerbesteuer: von den gebuchten Konten zur Gewerbesteuererklärung
Die Gewerbesteuererklärung übermittelt sevDesk nicht; die Produktübersicht des Herstellers führt das ausdrücklich unter „Was kann sevdesk nicht“. Gebucht wird die Gewerbesteuer in sevDesk trotzdem, laut Hilfe auf 4320 im SKR03 bzw. 7610 im SKR04, und genau dort beginnen die Fragen: Die sevDesk-GuV zeigt den Gewinn vor Steuern, und welche Mieten, Zinsen und Lizenzen hinzugerechnet werden, ergibt sich nur aus sauber getrennten Konten. Diese Seite ordnet die sevDesk-Konten den Hinzurechnungen zu, rechnet ein Beispiel für GmbH und Einzelunternehmen durch und zeigt den Ablauf hier.
In der Software: Jahresabschluss.io erstellt die Gewerbesteuererklärung (GewSt 1 A) mit Hinzurechnungen und Kürzungen.
Stand: 2026-11-01
Gewerbesteuer in sevDesk: gebucht, aber nicht erklärt
Hilfeartikel „Steuerzahlungen und Erstattungen“ und Produktübersicht von sevDesk, Stand: 1. November 2026.
Vorauszahlungen und Nachzahlungen erfassen Sie in sevDesk als Ausgabe unter Belege; die Kategorie liegt laut Hilfe unter Steuer → Steuer → Gewerbesteuer, das Buchungskonto ist 4320 im SKR03 und 7610 im SKR04. Als Belegnummer schlägt die Hilfe die Daten des Bescheids oder die Buchungsnummer der Gemeinde vor.
Zwei Sätze aus demselben Artikel sind für den Abschluss wichtig: Die Gewerbesteuer ist weder in der EÜR- noch in der GuV-Auswertung von sevDesk enthalten, und die sevDesk-GuV stellt den Gewinn vor Steuern dar. Den Gewinn nach Steuern soll laut Hilfe Ihr Steuerberater ermitteln. Die Erklärung selbst an das Finanzamt zu senden, führt die Produktübersicht unter „Was kann sevdesk nicht“.
Vom Gewinn zum Gewerbeertrag nach §§ 7 bis 11 GewStG
Ausgangspunkt ist nach § 7 GewStG der Gewinn, der nach Einkommen- oder Körperschaftsteuerrecht zu ermitteln ist. Die Gewerbesteuer selbst mindert ihn nicht, denn nach § 4 Abs. 5b EStG ist sie keine Betriebsausgabe; was in sevDesk auf 4320 oder 7610 steht, wird also wieder hinzugerechnet. Bei der GmbH gilt dasselbe für Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag nach § 10 Nr. 2 KStG.
Dann folgen die Hinzurechnungen nach § 8 Nr. 1 GewStG: Zinsen voll, Miet- und Leasingraten für bewegliche Wirtschaftsgüter zu einem Fünftel, für unbewegliche zur Hälfte, Lizenzen zu einem Viertel. Von der Summe zieht das Gesetz 200.000 € ab, ein Viertel des Rests wird hinzugerechnet. Für Erhebungszeiträume ab 2025 kürzt § 9 Nr. 1 GewStG um die im Jahr als Betriebsausgabe erfasste Grundsteuer für Grundbesitz im Betriebsvermögen. Den Gewerbeertrag rundet § 11 GewStG auf volle 100 € ab, zieht bei natürlichen Personen und Personengesellschaften 24.500 € ab und wendet die Messzahl von 3,5 % an. Auf den Messbetrag legt die Gemeinde ihren Hebesatz nach § 16 GewStG.
Welche sevDesk-Konten in welchen Buchstaben gehören
Kontonummern nach dem Standardkontenrahmen; welche Konten in Ihrem sevDesk-Konto auswählbar sind, sehen Sie unter Einstellungen → Buchhaltung → Buchungskonten.
| § 8 Nr. 1 GewStG | Anteil vor dem Freibetrag | Konto in sevDesk |
|---|---|---|
| Buchst. a: Entgelte für Schulden | 100 % | Zinsen und ähnliche Aufwendungen 2100 / 7300, auch beim Markieren einer Transaktion als Kreditrückzahlung |
| Buchst. d: Miete und Leasing beweglicher Wirtschaftsgüter | 20 % | Mieten für Einrichtungen 4960 / 6835 oder ein eigenes Leasingkonto |
| Buchst. e: Miete und Pacht unbeweglicher Wirtschaftsgüter | 50 % | Miete 4210 / 6310 |
| Buchst. f: zeitlich befristete Überlassung von Rechten | 25 % | eigenes Konto, z. B. 4964 / 6837, wenn in sevDesk auswählbar |
| Buchst. b und c: Renten, dauernde Lasten, stille Gesellschafter | 100 % | bei kleinen Gesellschaften selten, gesondert erfassen |
| § 9 Nr. 1: Grundsteuer für eigenen Grundbesitz | Kürzung | Grundsteuer 2375 / 7680 getrennt von anderen Grundstückskosten |
Rechenbeispiel mit denselben Zahlen für GmbH und Einzelunternehmen
Beispiel: Ein Betrieb mit Hebesatz 400 % hat 2025 einen steuerlichen Gewinn von 180.000,00 €, die Gewerbesteuer bereits wieder hinzugerechnet. In sevDesk stehen 120.000,00 € Zinsen auf 7300, 300.000,00 € Miete für die Halle auf 6310, 50.000,00 € Miete für Maschinen auf 6835 und 40.000,00 € Lizenzgebühren auf einem eigenen Konto. Gewichtet ergibt das 120.000,00 € plus 150.000,00 € plus 10.000,00 € plus 10.000,00 €, zusammen 290.000,00 €. Nach Abzug von 200.000,00 € bleiben 90.000,00 €, ein Viertel davon, 22.500,00 €, wird hinzugerechnet. Der Gewerbeertrag beträgt 202.500,00 €; eigenen Grundbesitz hat der Betrieb nicht.
Als GmbH erhält er keinen Freibetrag: 202.500,00 € mal 3,5 % ergibt einen Messbetrag von 7.087,50 €, mal 400 % eine Gewerbesteuer von 28.350,00 €. Als Einzelunternehmen zieht er 24.500,00 € ab und kommt auf 178.000,00 €, einen Messbetrag von 6.230,00 € und eine Gewerbesteuer von 24.920,00 €. Hat die GmbH 24.000,00 € vorausgezahlt, bucht sie zum Jahresende eine Gewerbesteuerrückstellung von 4.350,00 € auf 0956 im SKR03 bzw. 3035 im SKR04.
Was Sie schon in sevDesk richtig trennen
- Zinsen: Bei Darlehen die Funktion „Als Kreditrückzahlung markieren“ nutzen; laut Hilfe landen Tilgung auf 0630 bzw. 3150 und Zinsen auf 2100 bzw. 7300. So steht der Zinsanteil für Buchstabe a getrennt.
- Mieten: Räume und Grundstücke auf ein anderes Konto als Maschinen, Fahrzeuge oder Einrichtung, weil die Hälfte bzw. ein Fünftel angesetzt wird.
- Leasing und Lizenzen: eigene Buchungskonten anlegen; landen sie in sonstigen Aufwendungen, lässt sich der Anteil später nur aus den Belegen herausrechnen.
- Gewerbesteuer: Vorauszahlungen auf 4320 bzw. 7610 mit Bescheid und Zeitraum als Belegnummer, Erstattungen für Vorjahre getrennt.
- Grundsteuer: auf ein eigenes Konto, wenn der Betrieb eigenen Grundbesitz hat, damit die Kürzung nach § 9 Nr. 1 belegbar ist.
- Standorte: Kostenstellen im Tarif Buchhaltung Pro sammeln Kosten je Standort; die Angaben für eine Zerlegung auf mehrere Gemeinden ersetzen sie nicht.
So läuft die Gewerbesteuererklärung hier
Das Steuer-Modul ist kostenlos. Grundlage ist der Abschluss aus Ihren sevDesk-Daten, also der Summen- und Saldenliste unter Auswertungen oder dem Export aus Kanzlei Software unter Steuern → Mein Steuerberater. Die Software führt durch die GewSt 1 A, Sie tragen die Ausgangsbeträge je Buchstabe ein, und Quoten, Freibetrag von 200.000 €, Viertelung, Messbetrag und Zahllast mit dem Hebesatz Ihrer Gemeinde werden gerechnet; Vorauszahlungen werden gegengerechnet. Welcher Aufwand unter welchen Buchstaben fällt, entscheiden Sie, das ist eine rechtliche Zuordnung.
Die amtliche Prüfung über ERiC kostet nichts und lässt sich beliebig wiederholen. Für gewöhnliche Fälle der Erhebungszeiträume 2023 bis 2025 übermittelt die Software die Erklärung nach Ihrer Freigabe direkt, für 50 €; 2026 folgt, sobald die amtlichen Vorgaben dafür vorliegen. Die Gewerbesteuerrückstellung erfassen Sie nach dem Hochladen der Saldenliste als Abschlussbuchung, damit Bilanz und E-Bilanz sie enthalten.
Einzelunternehmen, Kanzlei und Sonderfälle
Viele sevDesk-Nutzer sind Einzelunternehmer mit EÜR. Gewerbesteuer zahlen sie nur mit einer gewerblichen Tätigkeit; Freiberufler sind nicht gewerbesteuerpflichtig. Für gewerbliche Einzelunternehmen gilt der Freibetrag von 24.500 €, und die Gewerbesteuer wird über § 35 EStG teilweise auf die Einkommensteuer angerechnet. Auch diese Erklärung erstellt die Software, die persönliche Einkommensteuer bleibt ein eigenes Thema.
Ziehen Sie Ihre Kanzlei hinzu bei Betriebsstätten in mehreren Gemeinden, bei Organschaft, Umwandlungen oder wenn unklar ist, ob ein Vertrag eine Miete, eine Lizenz oder eine Dienstleistung ist. Ihre Kanzlei kann im Arbeitsbereich mitarbeiten und die Zuordnung vor dem Versand prüfen.
Häufige Fragen
Kann ich die Gewerbesteuererklärung mit sevDesk abgeben?
Laut Produktübersicht von sevDesk nicht: Die direkte Übermittlung der Gewerbesteuererklärung steht dort unter „Was kann sevdesk nicht“. sevDesk bucht die Steuer, die Erklärung entsteht bei Ihrer Kanzlei oder hier.
Warum fehlt die Gewerbesteuer in meiner sevDesk-GuV?
Laut sevDesk-Hilfe ist die Buchung der Gewerbesteuer weder in der EÜR- noch in der GuV-Auswertung enthalten; die sevDesk-GuV zeigt den Gewinn vor Steuern. Im Jahresabschluss steht die Gewerbesteuer als Aufwand.
Bekommt meine GmbH den Freibetrag von 24.500 €?
Nein. § 11 Abs. 1 GewStG gewährt ihn nur natürlichen Personen und Personengesellschaften. GmbH und UG wenden die Messzahl auf den vollen abgerundeten Gewerbeertrag an.
Ab wann fallen Hinzurechnungen an?
Erst wenn die Summe aus Zinsen, dem Fünftel bzw. der Hälfte der Mieten und einem Viertel der Lizenzen 200.000 € übersteigt. Hinzugerechnet wird ein Viertel des übersteigenden Betrags.
Was kostet die Gewerbesteuererklärung hier?
Erstellen und die amtliche Prüfung sind kostenlos. Die direkte Übermittlung eines gewöhnlichen Falls kostet 50 €.
Für welche Jahre geht der Direktversand?
Für gewöhnliche Fälle der Erhebungszeiträume 2023 bis 2025. Für 2026 lässt sich die Steuer vorab berechnen; die Erklärung folgt, sobald die amtlichen Formulare vorliegen.
Quellen und Rechtsstand
Primärquellen für die zentralen Aussagen dieser Seite. Öffnen Sie im Zweifel immer die aktuelle Fassung.
- sevDesk-Hilfe: Steuerzahlungen und Erstattungen — abgerufen am 01.11.2026
- sevDesk-Hilfe: Verfügbare Buchungskonten — abgerufen am 01.11.2026
- sevDesk-Produktübersicht (Was kann sevdesk nicht) — abgerufen am 01.11.2026
- § 7 GewStG (Gewerbeertrag) — abgerufen am 01.11.2026
- § 8 GewStG (Hinzurechnungen) — abgerufen am 01.11.2026
- § 9 GewStG (Kürzungen) — abgerufen am 01.11.2026
- § 11 GewStG (Freibetrag, Messzahl) — abgerufen am 01.11.2026
- § 4 EStG (Abs. 5b, Gewerbesteuer keine Betriebsausgabe) — abgerufen am 01.11.2026
Vom selben Anbieter: Jahresabschluss nach HGB – der komplette Leitfaden auf jahresabschluss.io.