ML-Anwendungsfelder in der Buchhaltung
Wo ML klare Vorteile gegenüber rein regelbasierter oder rein generativer Verarbeitung hat.
Klassifikation
Anomalie-Erkennung
Regression und Vorhersage
Sprachmodelle für Texte
Wie Jahresabschluss.io ML kombiniert
Sprachmodell, Klassifikator, Regelmotor — jede Aufgabe bekommt das passende Werkzeug.
Sprachmodell für Kontenmapping
Deterministische Regelfallback
ML für Plausibilitätsprüfung
LLM für Anhangstexte
Datenschutz und Modellpolitik
ML in der Buchhaltung darf nicht heißen, dass Buchungsdaten in fremde Trainingssets fließen.
EU-Hosting
Kein Training mit Kundendaten
AVV verfügbar
Weiterführende Seiten
Jahresabschluss mit KI | Buchhaltung mit KI | ChatGPT für den Jahresabschluss | KI-Kontierung | KI-Bilanzanalyse | Prompt Engineering Buchhaltung
Was die Buchhaltung aus Ihren Bestätigungen lernt – und was nicht
In der laufenden Buchhaltung bedeutet maschinelles Lernen vor allem: aus bestätigten Zuordnungen Vorschläge ableiten. Die Grenzen dieses Lernens sind so wichtig wie das Lernen selbst.
| Gegenstand | Gelernt? | Wie und warum |
|---|---|---|
| Konto und Steuerschlüssel je Geschäftspartner | ja | Eine bestätigte Zuordnung wird beim nächsten Beleg desselben Partners wieder vorgeschlagen. Jede weitere gleiche Bestätigung erhöht die Sicherheit – in kleinen, gedeckelten Schritten. |
| Buchungsregel | als Vorschlag | Ab der dritten gleichen Bestätigung schlägt die Software eine Regel vor. Wirksam wird sie erst mit Ihrer Freigabe. |
| Zahlungsreferenzen auf Kartenumsätzen | nein | Gemerkt wird der Geschäftspartner, nicht die Referenz der einzelnen Zahlung – sonst entstünde für jede Kartenzahlung eine eigene Zuordnung. |
| Sehr kurze Suchmuster | nein | Muster unter vier Zeichen werden nicht zur Regel, weil sie zu oft zufällig in fremden Buchungstexten stehen. |
| Steuerliche Sonderfälle und Dubletten | nicht als Automatik | Reverse Charge, gemischte Steuersätze, Dubletten und festgeschriebene Zeiträume bleiben Prüffälle, wie oft ein Partner auch bestätigt wurde. |
| Bewertungsentscheidungen | nein | Rückstellungen, Wertberichtigungen und außerplanmäßige Abschreibungen hängen vom Sachverhalt am Stichtag ab, nicht von früheren Buchungen. |
| Das allgemeine Sprachmodell | nein | Kein Training mit Kundendaten: Ihre Bestätigungen wirken nur in Ihrer Gesellschaft. |
Dieses Lernen hat einen Vorteil gegenüber einem trainierten Klassifikator: Jede gelernte Zuordnung lässt sich auf die Bestätigung zurückführen, aus der sie stammt. Das passt zu § 145 Abs. 1 AO, nach dem sich Geschäftsvorfälle in ihrer Entstehung und Abwicklung verfolgen lassen müssen. Ändert ein Lieferant sein Angebot – aus dem Software-Abonnement wird ein Hardwarekauf –, korrigieren Sie den Vorschlag einmal, und die Korrektur fließt in die Historie des Partners ein. Wo die Historie in der Reihenfolge der Vorschlagsquellen steht, zeigt Automatische Kontierung.
Die Trefferquote je Vorschlagsquelle: gemessen statt behauptet
Ob gelernte Zuordnungen, Regeln oder das KI-Modell gut arbeiten, zeigt in unserer Buchhaltung eine eigene Auswertung auf der Prüfungsseite.
Für jede Buchung wird festgehalten, was vorgeschlagen und was tatsächlich gebucht wurde. Daraus rechnet die Karte „Trefferquote der Kontierung“ je Quelle – Buchungsregel, gelernte Zuordnung, Kontierungslexikon, KI – den Anteil der Vorschläge, die unverändert übernommen wurden. Drei Regeln halten die Zahl ehrlich:
- Gemessen wird über die letzten 90 Tage, damit die Zahl den aktuellen Lernstand zeigt und nicht den der Einrichtungswochen.
- Unter 20 messbaren Zeilen erscheint keine Prozentzahl, nur die Zählung – drei Treffer von vier sind Zufall, kein Qualitätsurteil.
- Buchungen ohne vorausgegangenen Vorschlag zählen nicht als Fehlschlag. Weil automatisch gebuchte Zeilen per Definition übernommen sind, wird die Quote zusätzlich nur über die von Menschen bestätigten Zeilen ausgewiesen.
Beispielrechnung, Annahme: In 90 Tagen kamen 80 Vorschläge aus gelernten Zuordnungen, 72 davon wurden unverändert gebucht – Trefferquote 90 %. Kamen im selben Zeitraum 30 Vorschläge vom KI-Modell und blieben nur 21 stehen (70 %), lohnt es sich, für die am häufigsten korrigierten Geschäftspartner eine Regel anzulegen. Die Quote zeigt, wo Sie nachsteuern sollten; eine Zusage für künftige Belege ist sie nicht.